Wärmepumpe und Warmwasser-Temperatur: wie viel Grad sind sinnvoll?
Die richtige Einstellung für Komfort, Hygiene und Stromrechnung, einfach erklärt.
Die Empfehlung in einem Satz
Stellen Sie die Warmwasser-Wärmepumpe im Alltag auf höchstens 50 °C ein und gönnen Sie dem Speicher wöchentlich eine Aufheizung auf mehr als 60 °C. So empfiehlt es der OÖ Energiesparverband, um Strom zu sparen und Legionellen vorzubeugen.
Für die meisten Haushalte sind 50 °C im Speicher völlig ausreichend. Unter der Dusche wird das Wasser ohnehin mit kaltem gemischt. Höhere Temperaturen bringen vor allem eines: mehr Stromverbrauch. Die wöchentliche Aufheizung über 60 °C ist dagegen eine Hygienemaßnahme, auf die Sie nicht verzichten sollten.
Temperaturen im Warmwasserspeicher und was sie bedeuten
| Einstellung | Wofür | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| bis 50 °C | Alltagsbetrieb | Empfehlung des OÖ Energiesparverbands, sparsam und für Dusche und Küche ausreichend |
| über 60 °C, einmal pro Woche | Legionellenschutz | oft automatisches Programm, häufig mit Unterstützung des Heizstabs |
| dauerhaft deutlich über 50 °C | mehr Mischwasser | mehr Strom, geringere Effizienz, höhere Speicherverluste |
Stand Oktober 2026. Empfehlungen laut OÖ Energiesparverband (Stand 02/2025). Gerätespezifische Grenzwerte stehen im Datenblatt.
Warum die Temperatur so viel ausmacht
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je geringer der Unterschied zwischen der Temperatur der Luft, aus der sie Wärme holt, und der Temperatur des Wassers ist, das sie erwärmen soll. Jedes Grad mehr im Speicher bedeutet also mehr Arbeit für den Verdichter.
Wie deutlich dieser Effekt ist, zeigt ein Beispiel aus dem Bereich der Heizungs-Wärmepumpen: Laut einer deutschen Auswertung eines Datenblatts sinkt die Leistungszahl eines Geräts bei −7 °C Außenluft von 2,48 bei 55 °C auf 1,53 bei 75 °C. Für Warmwasser-Wärmepumpen gelten andere Bedingungen, das Prinzip ist aber dasselbe.
Legionellen: worum es geht
Legionellen sind Bakterien, die sich in lauwarmem, stehendem Wasser vermehren können. Gefährlich werden sie, wenn sie mit dem feinen Sprühnebel beim Duschen eingeatmet werden. Darum ist die regelmäßige Aufheizung des Speichers über 60 °C wichtig.
Wann Sie besonders aufmerksam sein sollten
- Nach Urlaub oder längerer Abwesenheit, wenn das Wasser lange gestanden ist
- Bei selten genutzten Zapfstellen, etwa einer Gästedusche
- Wenn eine Zirkulationsleitung vorhanden ist, die warmes Wasser durch das Haus führt
- Wenn das Legionellenprogramm deaktiviert oder die Uhrzeit verstellt wurde
Verbrühungsschutz nicht vergessen
Wenn der Speicher über 60 °C heiß ist, kann auch das Wasser an der Armatur sehr heiß werden. Gerade in Haushalten mit Kindern lohnt sich ein Thermostatmischer. Ihr Installateur weiß, welche Lösung zu Ihren Leitungen passt.
Wie lange braucht das Aufheizen?
Warmwasser-Wärmepumpen arbeiten mit kleiner Leistung. Bis ein ausgekühlter Speicher wieder voll ist, vergeht deshalb mehr Zeit als bei einem Boiler mit großem Heizstab. Die genaue Dauer hängt von Speichergröße, Kaltwasser- und Raumtemperatur ab und steht im Datenblatt. Im Alltag ist das kein Problem, wenn der Speicher passend gewählt ist, siehe Warmwasser-Wärmepumpe 300 Liter.
Gegenüber einem elektrischen Durchlauferhitzer bleibt die Wärmepumpe auch mit der wöchentlichen Hygiene-Aufheizung klar im Vorteil: Ein Durchlauferhitzer kommt laut OÖ Energiesparverband auf knapp den dreifachen Stromverbrauch. Wie Sie einen bestehenden Boiler ersetzen, lesen Sie unter Wärmepumpen-Boiler.
Fragen zur Warmwasser-Temperatur
Auf wie viel Grad sollte ich die Warmwasser-Wärmepumpe einstellen?
Im Alltag genügen laut OÖ Energiesparverband 50 °C als Obergrenze. Wöchentlich sollte das Wasser zusätzlich auf über 60 °C kommen, damit Legionellen keine Chance haben. Viele Geräte haben dafür ein automatisches Programm.
Welche Höchsttemperatur erreicht eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Das ist von Gerät zu Gerät verschieden und steht im Datenblatt. Für Temperaturen, die der Verdichter allein nicht erreicht, und für die wöchentliche Legionellen-Aufheizung nutzen viele Geräte einen eingebauten Heizstab.
Kostet eine höhere Warmwassertemperatur mehr Strom?
Ja. Je höher die Temperatur, desto mehr muss die Wärmepumpe leisten und desto weniger effizient arbeitet sie. Zusätzlich steigen die Wärmeverluste des Speichers. Deshalb lohnt es sich, im Alltag nicht heißer als nötig einzustellen.
Was tun nach dem Urlaub?
Wenn das Wasser länger gestanden ist, ist es sinnvoll, vor dem ersten Gebrauch das Legionellenprogramm laufen zu lassen und die Leitungen kurz durchzuspülen. Fragen Sie Ihren Installateur, wie Ihr Gerät dafür eingestellt ist.
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